Erste Eindrücke Somoto

Nach 4 Tagen in der Hauptstadt Managua und endlos scheinenden Seminareinheiten mit Sicherheits- und Gesundheitstipps bin ich mit einem schicken Dienstwagen nach Somto gefahren worden, wo ich nun das nächste Jahr leben werde.

Meine ersten Eindrücke sind alle positiv und sehr vielseitig, sodass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll zu erzählen.
Als ich in Somoto ankam, wurde ich zuerst meiner Gastfamilie vorgestellt, doch viel konnte ich davon nicht mitbekommen da mein Nicaragua-Spanisch wirklich noch in Kinderschuhen steckt. Aber zum Glück konnte ich noch andere in Kinderschuhen entdecken: meine kleinen Gastbrüder sind 5 und 10 Jahre alt und zu meiner großen Freude, ist „schüchtern sein“ für sie ein Fremdwort. Gleich wurde ich von Alejandro an die Hand genommen und wurde im Haus herumgeführt, Hund und Katze vorgestellt und in die Vielfalt seines Spielzeugs eingeweiht. Er entpuppt sich auch als genialer Sprachlehrer und erklärt mir diverse Vokabeln von Baum bis zur Regenrinne. Alles was eben da ist. Angel, der ältere ist auch klasse und super hilfsbereit. Ich habe kaum eine Chance was Schweres zu tragen oder die Nägel für mein Moskitonetz in die Wand zu hauen, denn Angel hilft bestimmt. Die Gastmutter Patricia scheint ein „Freundintyp“ zu sein, ist sehr bemüht, dass ich mich wohl fühle und bei ihr tut es mir besonders Leid, dass ich so wenig Spanisch spreche. Ansonsten sind hier verschiedenen Personen im Haus die kommen und gehen (ich weiß immer noch nicht, wer hier lebt, zu besuch ist oder abends wieder geht), mit denen ich mich noch nicht viel unterhalten konnte. Aber das kommt noch, schließlich sind alle die ich hier kennen gelernt hab echt nett.

Das Haus besteht aus mehreren aneinander gebauten Räumen in deren Mitte ein Gartenhof ist. Leider sind hier viele Mücken, doch dafür ist das Haus unglaublich gemütlich und die Fliesen sind so sauber, dass jede deutsche Hausfrau neidisch würde.
Weiterhin bin ich nur positiv überrascht, in meinem Zimmer hängt eine Gitarre und seit dem ich Fotos aufgehängt habe, fühle ich mich mehr und mehr Zuhause und merke dass all die materiellen Dinge, die ich dachte zu vermissen, gar nicht notwendig sind. Bett, Stuhl, kleines Regal, Spiegel – kurzum Alina ist zufrieden. Das Essen ist auch viel besser als ich erwartet hatte. Eigentlich wird hier mit sehr viel Fett gekocht, braten nennt sich eher frittieren und alles was süß sein könnte ist so süß, dass selbst ich als Naschkatze davor zurück schrecke. Doch hier in meiner Familie ist es zum Glück anders, ich freue mich täglich Obst und Gemüse zu probieren, deren Namen ihr noch nicht mal ausspreche könnt. 😉

Von neue Erfahrungen und Bildern könnte ich bestimmt 4 Seiten schreiben, doch versuche ich es kurz zu halten. Am Wochenende haben die drei Vorgänger-Freiwilligen eine Abschiedsparty gefeiert und so habe ich die ersten Salsa Schritte schneller gelernt als ich mir hätte träumen lassen. Am folgenden Tag sind wir(Vorgängerin Inga, Gastbruder Angel, Mitfreiwilliger Carsten und ich) in die Comunidad La Playa gefahren, wo wir Freunde von Inga besucht haben. Die Straßen und Häuser waren aus Lehm, Wasser wurde mit Eimern herbei geschafft und insgesamt schien La Playa für mich wie eine Vorwarnung auf die Armut zu sein, die ich in den nächsten Comunidades beim Arbeiten kennen lernen werde. Unterhalb der Comunidad liegt die beruhigende Schönheit eines Flusses an dessen Ufern wir den Nachmittag mit Entspannen und Staunen über 10cm große blaue Schmetterlinge verbracht haben, bevor es mit einem filmreifen Holperbus zurück ging.

Heute war mein erster „Arbeits“-tag, alle machen einen netten Eindruck und wir wurden mit den Mitarbeitern von dem Chef zum Mittagessen eingeladen und haben Arbeits- und Rahmenbedingungen besprochen(bzw. gerätselt, da Carsten ähnlich viel Spanisch spricht wie ich).
Zum Glück ist unsere Projektfreiwillige Maryam noch eine Woche da, die geduldig übersetzt und uns eine Spanischnachhilfe Lehrerin organisiert hat. So werde ich bald mit mehr Nicaragua-Spanisch-Kenntnissen mehr über meine Arbeit berichten.

Jetzt gibt’s erst mal Abendessen, vielleicht Gallo Pinto… 🙂

PS: Wer Hypermotiviert bis zum Ende gelesen hat und noch mehr will, kann Carstens Somoto Eindrücke lesen: www.carstenmohr.com Viel Spaß! 😉

10 Gedanken zu “Erste Eindrücke Somoto

  1. Prima, dass die ersten Eindrücke so positiv sind. Ich hoffe, du kannst dich erfolgreich gegen die Moskitos wehren. Viel Erfolg beim „Spanisch“ lernen.

  2. Alinalein, wie schön dass du rundum zufrieden scheinst! Was mir in deinem Bericht nur noch fehlt ist eine Randnotiz bezüglich der Internetverbindung 🙂 Wann können wir wohl mal skypen??
    Was die Mücken angeht, immer schön Bierhefe naschen und besser morgens als abends duschen –> es gibt nix fieseres als sich mit Mücken die Duschkabine zu teilen! Ist bei euch denn schon Regenzeit/Moskitosaison? Oder kommt das noch?

  3. Wow, das klingt alles großartig! Wie schön, dass du so gut angekommen bist und dass Alina zufrieden ist! 🙂
    Ich freu mich schon auf den nächsten Artikel. Und ich will ein Foto von der Gitarre! 😉 (Und andere Fotos natürlich auch …)

  4. Jaja, so ist das. Schöner Bericht und alles wahr, ich bestätige!
    Ich freu mich riesig auf die kommende Zeit!
    (Hab mich allerdings gerade dabei ertappt, die Abschiedsbriefe zu lesen…)
    Buenas noches.

  5. Schön, dass du da drüben am Ende der Welt angekommen bist. Die ersten Zeilen lesen sich doch spannend. M.-F. und ich haben gerade mal geschaut wo du eigentlich steckst. Kommentar: Das liegt ja gleich neben Deutschland. Dir weiterhin eine gute Zeit.

  6. Das sind ja richtig gute neuigkeiten. Es freut mich zu hören, dass es dir gut geht. Ich Wünsche dir viel Spaß und freu mich bald mal Fotos von dir zusehen?
    LG

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