Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit

„Tranquila!“(Ruhig, unbesorgt, gut), es vergeht kein Tag wo ich es nicht höre. Zu recht. Denn dass Alles seine Zeit hat und es auch langsam funktioniert, wenn man von seinem hohen Konsum-Ross absteigt, durfte ich am Wochenende auf der Finca meiner Familie erleben.

Die „Finca Monte Rico“ ist ein über 100 Jahre altes Landhaus, hoch oben in Bergen fast bei Honduras, in dem die Geschichte meiner Nicafamilie und meine Nica-Oma zuhause sind . Der Strom für Licht abends ist Luxus, gekocht wird über einem Lehmofen, Wasser wird mit Eimern dahin gebracht, wo es benötigt wird.

Nach einer 1,5 Stunden langen holprigen Fahrt kamen wir morgens um 6 Uhr an. Es war kühl und ich erfreute mich das erste Mal an meiner Fleecejacke, die Kühe wurden grade gemolken, in der rauchigen Küche wurden Tortilla gebacken.
Umgeben von Hühnern, Hunden und Katzen, hängte ich meine Mosquitosichere Hängematte auf und begann mich zuhause zu fühlen. Wenig später erkundete ich die Umgebung und Patricia , Gastcousins Tupac und Dennis brachten mir bei, wo Mangos, Ananas, Bananen, Hocote, Koriander, Granadilla, Bohnen und Flor de Cana(daraus wir Rum gemacht) wächst und wie es geerntet wird .
Die Umgebung ist wunderschön und wenn man Esel, Ziegen und Schafe besucht hat, kann man weit ins nächste Tal blicken.

Später habe ich noch gelernt wie man aus der frischen Milch Käse macht, wie man Tortilla bäckt und weitere landesspezifische Spezialitäten in Bananenblätter wie ein Geschenk verpackt und nach 2 Stunden kochen eine wunderbare Mahlzeit hat. Alles Selbst angebaut, produziert, gekocht…
Back to the roots. Mir gefällt das wunderbar.

Am nächsten Tag, habe ich etwas geschummelt und meine Trockenhefe aus Deutschland ausgepackt womit wir eine Pizza gebacken haben, die ordentlich gefeiert wurde.

Das Wochenenende ging trotz aller Zeit viel zu schnell um und schon befand ich mich auf dem Rücken einer  Mauleselin, die mich zum Bus(Pick-up) trug. Ich war ziemlich froh, dass die Schublade mit den Kindheitserinnerung „Reiten“ spontan wieder auf ging und ich zumindest wusste, wie ich da Ding „bremse“, während die anderen gekonnt vor mir her trabten. Schaltung, Kupplung und Lenkrad werde ich das nächste Mal suchen, wenn ich hoffentlich ganz bald wieder da bin.

9 Gedanken zu “Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit

  1. Erstaunlich, dass du bei 20 kg Gepäck für ein Jahr sogar Trockenhefe dabei hast!
    Deine Berichte „hören“ sich so begeistert an, dass ich gerne mal dabei sein würde und alles direkt miterleben möchte.

  2. Wow, welch geniale Bilder!!!

    Was für eine Umgebung! So eine tolle Aussicht!
    Jetzt ist uns klar, warum du weg wolltest!
    Das Leben auf der Finca ist ja wie eine Großfahrt!

  3. Hola chica, haste schon Tamales gegessen?? Ich lese gerade über deine kulinarischen Abenteuer! Wie schön, dass du deine „Anpassung“ in Form von Magenproblemen schon hinter dir hast…! Liebe Grüße von den Hedders

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