Ronja Räubertochter und die Tarantel

 

 Am Wochenende war es endlich wieder so weit, früh morgens schulterte meine nicaraguanische Familie, Jonathan (der Ami) und ich die Rucksäcke und der 2h lange holprige Weg in einem Lastwaagen zur Finca begann.

Die Finca ist das Landhaus meiner Familie (siehe http://www.nicaragualina.de/2012/09/08/ihr-habt-die-uhren-wir-haben-die-zeit/ ) und dort ist es nach dem Motto „Back to the roots“  noch möglich, sich unabhängig von Super- und Straßenmärkten zu ernähren und zu leben.
Nach dem wir angekommen waren, bin ich mit Marlon auf die Weide gegangen, wir haben Kühe eingefangen und nach dem die Kälber was trinken durften, ging es ans melken.
Als ich die Kuh vor mir hatte, was mein erster Gedanke: „Du kannst dem Tier da unten am Bauch doch jetzt nicht an die Brüste fassen und Milch daraus pressen“, mein zweiter Gedanke war „Verwöhnte Europäerin, verwöhnte Alina, stell dich nicht so an“. Und so hab ich dann melken gelernt und mit der Zeit auch, dass es nicht auf Fingerspitzengefühl sondern auf einen richtigen Handgriff und Ausdauer ankommt. Später haben wir aus der frischen Milch wieder Mantequilla (Crem) und Käse gemacht, der in Somoto sogar verkauft wird.

Nach einem superleckerem-ökö-bio-Mittagessen gings zu den Pferden und auch wenn ich mich immer gegen Pferde-Liebhaber(innen) gewährt habe, muss ich gestehen, dass es mein absolutes Highligt war, den ganzen Tag durch die Wildnis zu reiten. Ich habe mich wie Ronja Räubertochter gefühlt, als mir jemand zurief „Halte dich an der Mähne fest“ und das Pferd einen holprigen schmalen Pfad bergauf lief und „Fridolin“(das Pferd hatte bis vorgestern noch keinen Namen) und ich alleine zwischen Urwald und Steppe waren.

Der Ami Jonathan, den ich aus oberflächlichem Anlass den „Hobbit“