Wenn die Welt in Ordnung ist…

…dann muss es sich um meine kleine Welt handeln.

Zugegeben ist meine Welt jetzt immerhin schon bis nach Nicaragua gewachsen, aber ich habe auch vieles mehr kennen gelernt was nicht so in Ordnung ist, dennoch ist meine Gefühlswelt entspannt und stabil und ich fühle mich sehr wohl.
Meine Welt hier ist jetzt genau 3 Monate alt und fängt an sich etwas von meiner Welt drüben abzukapseln. Ich habe auf gehört meine Erlebnisse in Blogeinträgen zu denken und auch der ständige Gedanke „Wie viel Uhr ist es jetzt in Deutschland?“ ist erschreckend wenig geworden. Ich lebe jetzt hier in der Zeit, die jetzt seit eurer Winterzeit  immer 7 Stunden hinter eurer her ist.
Meine Zeit verbringe ich so großartig, dass ich gar nicht weiß wie ich euch von allem erzählen kann.

Vielleicht interessiert euch was aus meinen Projekten geworden ist?

Meine Theatergruppe in der Comunidad Uniles ist endlich angelaufen und auch wenn die Teilnehmer den Begriff „pünktlich“ gerne bis zu 1,5h nach hinten dehnen, ist die Gruppe ausgezeichnet. Ich gehöre mit zu den Jüngsten, kann jedoch Aufmerksamkeit und  Respekt genießen um Übungen, Spiele und Diskussionen anzuleiten und zu koordinieren. Die verschiedenen Charaktere in der Gruppe sind mit viel Kreativität und Elan gesegnet und machen auf mich den Eindruck, auch was bewegen zu wollen. So sind wir gleich Gesinnte und in diesem Umfeld zu arbeiten macht mich glücklich und ein wenig stolz.  Ein willkommener Lohn für die  viel benötigte  Energie um immer wieder über seinen Schatten zu springen. Entspannter ist es, wenn ich nicht alleine springen muss und Carsten am Dienstag  „arbeitslos“ ist, uns unterstützt und ich auch noch in den Genuss komme mit dem Motorrad chauffiert zu werden. Durch Nicaragua brausen – ob mit Auto, Bus, Motorrad oder Fahrrad für mich immer ein Highlight. 🙂

In der Schule ist es auch gut angelaufen, ich werde mit offenen Kinderarmen empfangen und ich frage mich wie lange es noch braucht, bis ich Läuse habe. Die Kinder kommen oft aus sehr schwierigen bis gewaltsamen Familienverhältnissen und sind unglaublich Zuneigungsbedürftig. Es ist manchmal ein wenig kompliziert die goldene Mitte zwischen selbstschützender Distanz und Herzlichkeit abzuwägen. Momentan bin ich jedoch eher der Mensch der die Umstände und „die Zeit zu haben“ genießt, um nach Herzensangelegenheiten gehen und leben zu können. Neben dem Englischunterricht, versuche ich da anzuknüpfen wo die Kinder Interesse haben und so sind kleine Bastel- oder Geografie-Workshops entstanden.  Das letzte mal hatte ich die Ehre drei Geschwistern beizubringen, wie man einen Stift fest hält. Der älteste (12) kann jetzt sogar die Zahlen von 1 bis 10 schreiben, die Kleineren lernen erst mal zählen. Ich hoffe sehr, dass sie regelmäßig wiederkommen und sie vielleicht doch noch schreiben und lesen lernen können.
Die anderen 2-3 anderen Lehrerinnen lassen mir dabei völlig freie Hand und inzwischen ist auch der zweite Klassenraum festgestellt, den ich nutzen darf. Nur ist kein Geld für Möbel da und so schreiben manche Kinder auf dem Boden, wenn es zu voll ist.

Mein Traum ist es anfang Dezember, wenn mein (zufällig handwerklich begabter) Freund für 3 Monate auch in Nicaragua ist, Werkzeuge (die gibt’s nämlich auch nicht), Holz und Lack zu kaufen um Bänke und Tische zusammen zu zimmern. Nur fehlt auch dafür die finanzielle Grundlage.
Heimlich wünsche ich mir, während ich dies hier schreibe, dass der eine oder andere sich denkt „Oh gute Idee, das wäre eine Aktion die ich gerne unterstützen würde.“
Also wenn euch  tatsächlich dieser Gedanke im Kopf rumschwirrt, würde ich gerne auf meine email Adresse hinweisen: mohnalina@web.de.

Es wäre großartig, wenn sich ein paar Leute drüben in Deutschland finden, welche die Kinder in der Esculita del Mercado mit ein bisschen „Holz-Kohle“ unterstützen möchten und so aus meinem Traum ein Plan werden kann und ich das Material für die Möbel kaufen kann.
Herzensangelegenheit.
Da gibt es viele von, aber man muss aufpassen, dass man sich an sinnvollen Aktionen festhält, diese fokussiert und dann die kleinen Erfolge feiert.

Neben meinen Herzensangelegenheiten geht es mir hervorragend, auch wenn ich oft recht müde bin. Und da sind nicht nur die Arbeit oder gelegentliche Magenprobleme dran Schuld, denn die Wochenenden sind ganz nach meinem Geschmack: Ich seile mich durch Wasserfälle ab, boarde Vulkane herunter, schwimme durch Canyons, springe von fünfzehn Meter hohen Felsen und lerne Reiten. Die letzte Energie power ich  jeden Abend noch mit Patricia bei einer Sport- und Tanzgruppe aus.
Kurzum meine Welt läuft hier rund und weil sie immer weiter läuft, distanziere ich mich vom Internet und kann nicht mehr alles  berichten. Aber ich möchte euch ja noch ganz viel zu erzählen haben, wenn ich wiederkomme. 😉
Mit lächelnder Vorfreude darauf und dem Wunsch dass ihr in „eurer Welt“ zufrieden und gesund seit, verabschiede ich mich.
Ich melde mich spätestens, wenn es was Neues von dem Holz-Kohle Projekt gibt. 🙂
Adios Amigos,un abrazo fuerte!

PS: Mein15 Meter Sprung kann man witziger Weise bei Youtube bei Minute 25:00 bewundern. Ich bin die erste die springt. 😉

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