Von Ometepe bis Weihnachten

Es war soweit, Urlaub war beantragt und drei Somotenos (Carsten, Merlin und Alina) waren Urlaubsreif. Die erste Station hieß Ometepe, eine in dem Nicaraguasee gelagerte Vulkaninsel mit knapp 20.000 Einwohnern und einer einmaligen Natur.

Zum 21.Dezember war direkt am Ufer das 3 Tägige „Magma- Festival“ ausgerufen, um den angeblich bevorstehenden  Weltuntergang gebührend zu zelebrieren. Im Angesicht des Vulkanes vermischten sich die Zelte der Nicas mit Cheles und Gringos( also Weiße aus Europa und den USA) und Besuchern aus Costa Rica und Panama. Die interkulturelle Menge bewegte sich drei Tage lang zu Elektronik und Reggae Rythmen und verbrachte ein friedliches Weltende miteinander. Auf einen Vulkanausbruch oder einen Weltuntergang warteten wir jedoch vergeblich, dennoch haben wir jeden Tag so gefeiert als ob es der Letzte wäre.

„Das Leben feiern“ galt so auch noch weiter für jeden weiteren Tag unseres Urlaubes.Vielleicht können die folgenden Fotos die Atmosphäre wiederspiegeln:

(mehr Bilder gibt es in der Fotogalerie, die aktuellen werden immer oben angezeigt, dann müsst ihr nicht so lange scrollen ;))

Nach dem Festival fuhren wir wieder zurück in den heimatlichen Norden, um mit unserer Gastfamilie zusammen Weihnachten feiern zu können. Merlin und ich haben (generell und vorallem zu Weihnachten) mit unsere Gastfamilie sehr Glück gehabt, denn viele Freiwillige standen als gefühlte Weihnachtsmann Karikatur mit vielen Geschenken vor ihrer Familie und es wurde aber gar nicht gefeiert.

Den gleichen Eindruck hatte ich zuerst auch, jedoch um 22:00Uhr wurde Weihnachten noch gerettet. Es war schon dunkel als wir mit unser feierlich heraus geputzten 14 Köpfigen Familie los Richtung bunt und kitschig geschmückten Kirche zogen, in der die meisten Kinder schon auf den Schößen der Eltern einschliefen. Doch auf dem Rückweg wurde selbst mein kleiner Gastbruder Alejandro wieder munter und hopste zwischen Merlin und mir durch die Straßen. Schließlich fehlte jetzt nur noch eine Stunde bis Mitternacht bis endlich endlich die verlockenden Geschenke unter dem Weihnachtsbaum geöffnet werden durften. Vorher wurde aber endlich zu Abend gegessen. An einer langen  weihnachtlichen Tafel saßen wir alle und es gab einen traditionellen Eintopf mit Rindfleisch und einheimichen Gemüse, dazu ein Glas Rotwein. Ein sehr festliches Essen, man sollte dabei aber nicht wie ich, dem Käsefondue hinterher trauern, dass ein paar Stunden vorher in meiner deutschen Familie verspeist wurde. Auf das werde ich wohl noch ein Jahr warten müssen, denn jeglicher bezahlbare Käse gleicht hier Fetakäse und ist reichlich ungeeignet für Fondue. Trotzdem wurde es mit „Feliz Navidad“ aus den Computerlautsprechern und eingeschickten Spekulatius sehr weihnachtlich gemütlich. Um Mitternacht waren die Kinder kurz vorm durchdrehen, dennoch leuchteten die Augen um so mehr als es nach einem Gebet um den Weihnachtsbaum endlich soweit war. Alle haben abgesahnt und während wir uns langsam ins Bett verzogen, spielten die Zwerge noch fröhlich bis drei Uhr morgens weiter.

Ein Gedanke zu “Von Ometepe bis Weihnachten

  1. Danke, für die neuen Einblicke in deine so ganz andere Welt. Ich hoffe, du bist inzwischen wieder gut im Alltag gelandet und kannst dich auch über Fortschritte in deinen Projekten freuen.

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